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Pressemitteilung

Freundschaft beweist sich in der Krise


Linzer Stadtbürgermeister Adi Buchwald empfing Wissenschaftler aus den USA

LINZ. Angespannte Beziehungen auf oberster Ebene lassen sich am besten durch den steten Kontakt im persönlichen Bereich entkrampfen. Während die politischen Beziehungen zwischen Bundesregierung und Bush-Administration im Trüben liegen, wird in kommunalem Rahmen weiter der Ausbau der Partnerschaft zwischen beiden Ländern gepflegt. Etwa in Linz.

In diesem Sinne empfing der Linzer Stadtbürgermeister Adi Buchwald mit dem Philosophiedozenten Dr. Hugh Hunt aus der Linzer Partnerstadt Marietta und dem Theologieprofessor David Hay vom Core College in Cedar Rapids, Iowa, kürzlich zwei hochrangige Wissenschaftler aus den USA im Historischen Rathaus. Im Gepäck hatte Dr. Hunt einen Brief seines Amtskollegen William B. Dunaway aus der Partnerstadt Marietta. Darin verleiht Dunaway seiner Freude darüber Ausdruck, dass der Partnerschaftsbesuch einer Abordnung seiner Stadt im Herbst nachgeholt werden kann. Ursprünglich hätten die U.S.-Amerikaner bereits vor einigen Wochen passend zur Saisoneröffnung mit "Rhein in Flammen" in Linz sein sollen, doch aufgrund des Irak-Krieges hatte die Delegation aus "Gods own country" von diesem Vorhaben Abstand genommen. Der Freundschaft hat dies offensichtlich keinen Abbruch getan: Wörtlich schreibt Dunaway: "Gerade in der jetzigen Zeit scheint es besonders wichtig zu sein, dass wir unsere freundschaftlichen Bindungen weiter pflegen. Auch wenn Nationen möglicherweise Meinungsunterschiede haben, werden die Bande persönlicher Beziehungen weiterhin stabil bleiben."

Dem konnte Adi Buchwald nur zustimmen. Zwar stoße die Politik der Bush-Regierung hierzulande auf zum Teil nachvollziehbare Kritik; dies bedeute allerdings nicht, dass Deutschland deshalb nicht mehr an der Seite Amerikas stünde. Es sei nicht vergessen, welche Bedeutung die Vereinigten Staaten beim Wiederaufbau Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg und bei der Demokratisierung weltweit gehabt hätten. Ohne die USA sei es nicht möglich gewesen, die Werte von Freiheit und Selbstbestimmung dauerhaft durchzusetzen.

Doch bei allem Respekt versagte sich Buchwald auch warnende Worte an die Adresse der USA nicht. Gerade die bestehende Partnerschaft zwischen Linz und Marietta müsse immer wieder mit neuem Leben erfüllt werden. Mit Sorge betrachtete Buchwald deshalb die Probleme beim Schüleraustausch. Das unterschiedliche intellektuelle Niveau mit den stärkeren schulischen Ansprüchen in Deutschland sei einer fruchtbaren Entwicklung nicht dienlich. Hier gelte es Modelle zu entwickeln, die dem Interesse beider Seiten gerecht würden, ohne den Leistungsanspruch gravierend zu mindern.

Dass die Partnerschaft auch in diesem Sinne immer wieder mit neuem Leben erfüllt werden und von unten nachwachsen müsse, bestätigten auch die Gäste aus den Vereinigten Staaten, die Linz zum Treffpunkt ihrer unterschiedlichen Studienreisen ausgewählt hatten. Von unterschiedlichen Zielen zu einem Treffpunkt kommen - nicht nur bei der Reiseplanung eine Einstellung, die sich bewährt hat.