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Linzer haben Sinn für Geschichte

Autoren und Verleger des Buches "Linz am Rhein - die Geschichte der Stadt" zogen erste Bilanz


LINZ. Das Kind ist noch kein Jahr alt und hat dennoch schon viel zu erzählen. Es ist vergleichsweise dick, weist aber viele bewegende Momente auf. Das Kind hat natürlich einen Namen: "Linz am Rhein - Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart."

Im Winzerhaus am Kaiserberg trafen sich kürzlich die "geistigen Eltern" des 505 Seiten starken Buches mit Stadtbürgermeister Adi Buchwald und dem Geschäftsführer der Gesellschaft für Stadtentwicklung- und Tourismus mbH Linz, Thomas Herschbach, um eine erste Bilanz zu ziehen.

Das Resümée von Dr. Margret Wensky vom Landschaftsverband Rheinland, Cordula Kapser, Hermann Burghard, Marcus Leifeld und Silvia Gottschalk fiel zwischen Riesling, Lachs und Filet durchweg positiv aus. So konnten bislang über 850 der insgesamt 1300 Exemplare der Linzer Chronik an Mann und Frau gebracht werden. 75 Prozent der Werke fanden in Linz Absatz, die restlichen 25 Prozent ergänzen jetzt die Bestände von Wissenschaftsbibliotheken. Auf die Einwohner gerechnet also ein wirklich hoher Prozentsatz, wie Frau Dr. Wensky bestätigte: "Die Nachfrage unterstreicht, dass die Linzer ein hohes Bewusstsein für ihre Geschichte besitzen". Das Kompliment gab Stadtbürgermeister Adi Buchwald gerne zurück: "Ohne Frage wurde hier ein rundum gelungenes Buch geschrieben".

Da ist es kein Wunder, dass nicht allein die Einwohner der Bunten Stadt Gefallen an "ihrer" Stadtchronik gefunden haben. Zur interessierten Käuferschicht zählen beispielsweise auch diejenigen Leser, die in früheren Zeiten in Linz gelebt haben. Und da gibt es ja auch noch die Wissenschaft. "In Fachkreisen hat die Publikation eine enorme Resonanz hervorgerufen", weiß Frau Dr. Wensky, die die Entstehung des Buches redaktionell begleitet hatte. Das Rheinische Amt für Landeskunde habe gar erklärt, dass die Publikation Maßstäbe setze.

Dies dürfte nicht zuletzt am stimmigen, weil einheitlichen Konzept, liegen. Zwar stammen die einzelnen Kapitel zum Teil von unterschiedlichen Autoren, trotzdem sei "keine Häppchenwirtschaft" daraus geworden. Im Gegenteil: Aus Historikerkreisen wurde nach Angaben von Frau Dr. Wensky wohlwollend registriert, dass es tatsächlich den berühmten "Roten Faden" gebe, der das Buch strukturiere. Einheitlichkeit trotz Vielfalt, da scheint es sich gelohnt zu haben, viel Zeit in die Endredaktion zu investieren.

Viel Zeit in eine Sache zu investieren ist bekanntlich eine Herzensangelegenheit. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, wenn Frau Dr. Wensky davon schwärmt, in den "Organismus des Buches" hineingekrochen zu sein, dessen Wachsen beobachtet zu haben und sich mit ihm zu identifizieren. Keine Frage, die Linzer Geschichte scheint auch Frau Dr. Wensky liebstes Kind geworden zu sein.

Dass der Landschaftsverband unter der Federführung von Frau Dr. Wensky sich überhaupt derart engagieren konnte, hat einen einfachen Grund: Die Bonner Institution darf nur bei kurkölnischen Städten tätig werden. Und dazu zählte Linz nun einmal, wie nicht zuletzt auch am Karneval unschwer zu erkennen ist. Der Fünften Jahreszeit sind im Buch folgerichtig auch acht Seiten gewidmet. Aber nicht nur für "Fastelovendsjecke" ist das Werk eine echte Fundgrube. Wer wissen möchte, was Linz zu bestimmten Zeiten bewegt hat und eine echte Entwicklungsgeschichte der Stadt sucht - in "Linz am Rhein - die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart" ist es zu finden.