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Nachfahre des legendären Linzer Bürgermeisters Castenholtz
in Kontakt mit Bunter Stadt


LINZ. "Hello I am Bill!" Der Mann in der Linzer Touristinformation ist dem Akzent nach zu urteilen unverkennbar Amerikaner. Dem Nachnamen zu urteilen nicht. Denn wer sich da so lässig in der Linzer Touristinformation vorstellt, heißt Castenholtz. Castenholtz in Linz - da war doch was?

Ja, da war was. Genau genommen im Jahre 1633 . Seit einem Jahr hatten sich die schwedischen Belagerungstruppen in Linz breit gemacht. Doch sie machten sich nicht nur breit während dieses 30-jährigen Krieges, sie machten Bürgermeister Augustin Castenholtz auch einen Kopf kürzer. Spionage hatte man ihm vorgeworfen. Das Todesurteil wurde dort vollstreckt, wo sich heute die Mariensäule in den Himmel erhebt.

Rund 400 Jahre später erhebt sich ein Flieger in den Himmel über Los Angeles, um über den Horizont hinaus jenseits des großen Teiches die Spur seines Vorfahren aufzunehmen. Linz ist das Ziel. Und da steht er nun leibhaftig in der Touristinformation - Bill Castenholtz.

In einem Buch, so sagt er, habe er ein Portrait von Bürgermeister Castenholtz entdeckt. Und irgendwo hier im Historischen Rathaus müsse das Original hängen. Stimmt. Im Dienstzimmer des Stadtbürgermeisters prangt er in Öl verewigt an der Wand gegenüber des Schreibtisches des Stadtchefs.

Bill Castenholtz ist begeistert. Davon möchte er unbedingt ein Profi-Foto. Egal, was es kostet, nur authentisch muss es sein. Im Laufe der Zeit glüht die eMail-Verbindung zwischen der Linzer Touristinformation und Pacific Palisades in Kalifornien. Der Fotograf wird geordert, das Bild in's Studio verfrachtet, hin und her, Fragen, Nachfragen - alles bestens.

Nun tritt das Alter Ego des geköpften Bürgermeisters seinen Weg in's sonnige Kalifornien an. Kalifornien? Liegt da nicht auch Hollywood? Und auf der Visitenkarte von Bill Castenholtz findet sich als Berufsbezeichnung "Publisher" - Verleger, ein Mann der Medien also. Wie wäre es mit einem Oscar?!