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Eine Zündkerze im Partnerschaftsmotor

Ehrenbürgerwürde der US-Partnerstadt Marietta für den Linzer Hans-Joachim Krug

LINZ. Orden und Ehrenzeichen müssten in seinem Leben schon von Berufs wegen eine große Rolle gespielt haben. Das Geschenk, das zum 80. Geburtstag über den Großen Teich in die Bunte Stadt hinübergeschwappt kam, dürfte für den Linzer Hans-Joachim Krug allerdings einmalig bleiben. Für seine Verdienste um die Städtepartnerschaft Linz-Marietta ist der ehemalige Offizier jetzt mit der Ehrenbürgerwürde der US-amerikanischen Vorstadt der Südstaatenmetropole Atlanta ausgezeichnet worden.

1965 war ein gutes Jahr für Linz. Während die britische Königin elf Tage lang die Bundesrepublik besucht, schafft es die Bunte Stadt in kürzester Zeit feste Bande zu den Vereinigten Staaten von Amerika zu knüpfen. Just in dem Jahr, als de USA den ersten kommerziellen Nachrichtensatelliten in den Orbit schicken, wird die Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Marietta im US-Bundesstaat Georgia und dem rheinischen Linz in trockene Tücher gepackt. Genau 40 Jahre lang hält diese regionale Freundschaft bislang sämtlichen übergeordneten Stürmen in den Deutsch-amerikanischen Beziehungen stand. Genau doppelt so alt ist der Mann, der den US-Amerikanern diesbezüglich als personifizierter Fels in der Brandung gilt: Hans-Joachim Krug.

Dass "Colonel Krug" im Herzen des "Grand Old South entsprechende Wertschätzung genießt, unterstreicht denn auch der Bürgermeister der Stadt Marietta, William B. Dunaway. In dem umfangreichen Lobpreis würdigt der erste Mann Mariettas unter anderem, dass Krug über lange Jahre das Partnerschafts-Programm gefördert und unterstützt- sowie die internationale Freundschaft gefördert habe.

Den Hinweis, Krug habe etwa Austauschgäste aus Marietta "königlich" in seinem Haus untergebracht und versorgt, bezieht Dunaway ausdrücklich auch auf Ehefrau Dot und sich selbst. Doch nicht nur die Dankbarkeit für diese "wunderbare Gastfreundschaft", auch der "Respekt für sein Verständnis für Geschichte und seinen scharfen Geist" und "die Anerkennung seiner Führung im Partnerschafts-Programm" sind in die US-amerikanische Würdigung eingeflossen.

Im Hinblick auf die Führungs- und Einsatzqualitäten Krugs, die zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde beigetragen hätten, hebt Dunaway nämlich ergänzend hervor, dass Krug "seinem Vaterland im Militär gedient hat und damit eine lange und ausgezeichnete Familientradition weitergeführt hat". Der oberste Mann Mariettas betont auch, dass Krug als deutscher Armee-Offizier einige Jahre in Fort Sill verbracht-, sein Englisch perfekt gemacht- und sich einen liebenswürdigen Oklahoma-Akzent angeeignet habe. Das Marietta im Bundesstaat Georgia und eben nicht in Oklahoma liegt - was soll's!

Einen festen Standpunkt nimmt Dunaways Linzer Amtskollege Adi Buchwald ein, der sich über die Auszeichnung Krugs selbstverständlich sehr gefreut habe. Eines liegt dem Linzer Stadtchef jedoch am Herzen: "Die Würdigung von Hans-Joachim Krug soll stellvertretend auch als eine große Auszeichnung für die vielen Linzer gelten, die sich seit Jahren und Jahrzehnten mit viel Engagement um die Partnerschaft verdient machen".

Ende September kommenden Jahres ist Engagement erneut gefragt, wenn der offizielle Besuch einer Linzer Delegation in Marietta ansteht (Info über die Stadtentwicklungs- und Touristikgesellschaft Linz am Rhein mbH, Tel. 02644 / 2526, Mail: info@linz.de).

Und eben dort, wo Rhett Butler und Scarlett O'Hara ihre Bindung einst filmreif vom Winde verwehen ließen, will Hans-Joachim Krug auch 2006 weiter für eine belebende gute Brise in den Beziehungen sorgen: Er war der Erste, der sich für die Reise angemeldet hat.