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Rheinsteig auch für Linz wegweisend

Premium-Wanderweg Rheinsteig führt zusätzliche Gästegruppen in die Bunte Stadt

LINZ. und läuft und läuft und läuft. Was einst für den knubbeligen VW Käfer galt, trifft heute auf den anspruchsvollen "Rheinsteig" zu: 100.000 Gäste hatten sich laut Projektbüro Rheinsteig in den ersten sechs Monaten nach Eröffnung im September 2005 auf den Weg gemacht, um sich der Herausforderung des neuen 320 Kilometer langen Premium-Wanderwegs zwischen Bonn und Wiesbaden zu stellen. Ein richtungsweisendes Konzept also - auch für die Bunte Stadt Linz.

"Der Rheinsteig ist für unsere Stadt im wörtlichen Sinne ein echter Schrittmacher", betont der Linzer Bürgermeister Adi Buchwald - selbst ein begeisterter Wanderer, der auf seinen Touren meist von Rauhaardackel Robbie begleitet wird.

Dabei erinnert Buchwald an die Erstpräsentation des Projektes in St. Goarshausen vor drei Jahren: "Es war einer der ersten beruflichen Termine, die unser Stadtmanager Thomas Herschbach nach Beginn seiner Aufgabe hier fest für sich fixiert hatte. Er hat mir die Potentiale die sich aus dem Rheinsteig für Linz ergeben können, nahe gebracht und ich habe sofort erkannt, dass wir auch in Linz alles dafür tun müssen, das Projekt auf einen guten Weg zu bringen". Auf diesem "guten Weg" ist der Rheinsteig jetzt, wie Hoteliers und Vermieter bestätigen:

"Meine Pension hat vom Rheinsteig und den vielen Wanderern enorm profitiert", erklärt Erna Speich von der "Privatpension Erna". Ihrer Schätzung nach dürfte es durch den Rheinsteig eine Steigerung des Gästeaufkommens um ein Drittel in ihrer Pension gegeben haben.

Auch Rainer Söller vom Rheinparkhotel Bucheneck, das bereits als wanderfreundlicher Rheinsteig-Partner zertifiziert ist, kann den Erfolg des Premium Wanderweges in Linz an Zahlen belegen. "Bis jetzt können wir 2006 ein Plus von 250 Übernachtungen verbuchen, die definitiv auf den Rheinsteig zurückzuführen sind. Bis Jahresende rechnen wir mit einem Plus von rund 400 Übernachtungen".

Der Rheinsteig selbst werde sehr gut angenommen und sehr gelobt. Das Publikum selbst sei sehr qualitätsbewusst und grundsätzlich durchaus bereit, eine adäquate Leistung auch finanziell entsprechend zu honorieren.

Dies unterstreicht auch Christel Brüning vom Hotel "Alt Linz", an dem der "Rheinsteig unmittelbar entlang führt: "Der Rheinsteig bringt uns ein gutes Publikum, auch im rein gastronomischen Sektor. Das sind Menschen, die gönnen sich noch etwas". An den Übernachtungszahlen seien die positiven Auswirkungen des Rheinsteigs für Linz ebenfalls zu spüren.

Dafür tut die Bunte Stadt auch einiges: Verkehrsicherung und Wegeunterhaltung sind auf der rund vier Kilometer langen Strecke durch Linzer Stadtgebiet (Zuwege mit einer Gesamtlänge von 5,2 Kilometern) Angelegenheit des städtischen Bauhofes.

Im gesamten Streckenverlauf von elf Kilometern durch das Gebiet der Verbandsgemeinde Linz zwischen Leubsdorf und Kasbach sind die zuständigen Mitarbeiter der entsprechenden Ortsgemeinden gefragt. Anspruchsvolle Aufgaben also für einen anspruchsvollen Wanderweg, der allein zwischen Leubsdorf und Linz einen Aufstieg von 420 Höhenmetern vorhält.

"Nachdem für das Projekt Rheinsteig grünes Licht gegeben worden war, haben wir alle weiteren Schritte im Verbund mit der Verbandsgemeinde miteinander abgestimmt und die weitere Entwicklung von Beginn an positiv begleitet", unterstreicht Bürgermeister Adi Buchwald. Der zuständigen Planungs- und Ingenieursgesellschaft sei nach Beauftragung volle Unterstützung zugesagt worden; zudem hätten sich die verantwortlichen Gremien darum gekümmert, dass die Wegeführung durch Linz auch ohne Stolpersteine auf den Weg habe gebracht werden können.

Ein geographisches Rheinsteig-Detail wurde von den Linzern ganz besonders im Auge behalten: "Wir haben uns stets dafür eingesetzt, dass diejenige Rheinsteig-Variante gewählt wird, die unmittelbar über den historischen Marktplatz führt", erklärt Adi Buchwald, der sich noch genau an den Moment erinnert, als ihm Stadtmanager Thomas Herschbach nach der Erstpräsentation in St. Goarshausen mitgeteilt hatte, dass der Rheinsteig mitten durch Linz verlaufen könne. Thomas Herschbach: "Es war offensichtlich, welches touristischen Chancen sich durch die Wegeführung für Linz ergeben können. Linz ist schließlich der einzige Ort am Rheinsteig, in dem der Streckenverlauf mitten durch die Historische Altstadt führt."

Diese Chance scheint wahrgenommen worden zu sein, wie auch Bettine Paffhausen vom "Hotel zur Mühle" unterstreicht. "Linz profitiert auf jeden Fall vom Rheinsteig. Dieser neue Wanderweg wird sehr gut angenommen". Alexander Oelpenich vom Winzerhaus am Kaiserberg stößt ins gleiche Horn: "Schon im vergangenen Jahr konnte ich erleben, wie stark der Rheinsteig auch in Linz frequentiert wird. Während eines Gewitters hielt eine Gruppe aus Bremen bei mir Einkehr. Es wurde gut getrunken und viel gelacht. Die Gruppe hat in Linz übernachtet und am nächsten Tag ging es dann weiter. Ein gutes Publikum, das sich in Linz sehr wohl gefühlt hat".

Dass dieses gute Publikum auch verstärkt nach Linz kommt, hat sich die Stadtentwicklungs- und Touristikgesellschaft Linz am Rhein ganz oben auf die touristische Fahne geschrieben, schließlich hatte auch SWR-Rheinsteiger Steffen Sturm erkannt, dass Linz "einer der touristischsten Orte" ist.

"Ganz allgemein ist die Forcierung des Qualitätstourismus unser Ziel. Im Zusammenhang mit dem Qualitäts-Trail `Rheinsteig` haben wir bereits VIP-Touren -etwa im Mai mit Reiseveranstaltern aus den Niederlanden- begleitet. Zudem bieten wir als Rheinsteig-Partner mit offizieller Stempelstelle in unserer Touristinformation nahezu das komplette Portfolio an Informationen an und wir entwickeln weiterhin entsprechende Konzepte", erläutert Thomas Herschbach. Der Linzer Stadtmanager weist vor diesem Hintergrund darauf hin, dass die Stadtentwicklungs- und Touristikgesellschaft Linz in Kooperation mit der Tourismus Siebengebirge und dem Verkehrsamt Bad Hönningen die Region auch auf der Messe TourNatur als Wanderdestination bewerbe.

Der Rheinsteig - ein wegweisendes Erfolgsmodell auch für die Stadt Linz. Oder wie es der Besitzer des Hotels "Alt Linz", Joachim Klein, formuliert: "Es ist, als ob ein Schalter umgelegt worden wäre".