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Rund 900 Kilometer fast bis an die Bunte Stadt gerudert

Reinhard Resch 17 Tage lang von Linz/Donau im Rudereiner unterwegs

LINZ. Dass Partner stets in "einem Boot" sitzen sollten, nahm der Österreicher Reinhard Resch jüngst ganz wörtlich. Im Ruder-Einer machte sich der leidenschaftliche Sportler von Linz/Donau in die rheinische Partnerstadt Linz am Rhein auf, wo er nach insgesamt 17 Tourtagen nebst Ehefrau Hansi von Stadtbürgermeister Adi Buchwald und Stadtmanager Thomas Herschbach empfangen wurde.


Foto: CREATIV PICTURE, H.W. Lamberz

"Die `Linz-Linz-Idee` spukte mir schon lange im Kopf herum", erläutert Reinhard Resch, den es nach eigener Aussage überhaupt nicht gestört habe, dass ihn einige für verrückt gehalten hätten. Schließlich sei es ihm darum gegangen, für sich selbst etwas Besonderes zu machen. Zudem habe er seine Grenzen ausreizen wollen. "Mit der `Linz-Linz-Tour` habe ich mir einen Traum erfüllt", sagt Reinhard Resch.

Vor den Erfolg war aber auch hier der Schweiß gesetzt. Der floss nicht zuletzt bei den rund anderthalb Jahre währenden Planungen der Städteverbindenden Ultra-Boots-Tour, die es in dieser Form zuvor noch nicht gegeben hatte. Unter anderem beinhalteten die Vorbereitungen die Routenbesichtigung per Fahrrad, die Umbauten des Boots, die Etappenplanung sowie die Gespräche mit der Schifffahrtsbehörde in Würzburg.

Anfang September wurde aus der Theorie dann die Praxis, als der abenteuerlustige Pensionär, der auch als Langläufer, Bergwanderer und Radfahrer eine sportlich-gute Figur macht, um 7 Uhr in der Früh vom Wesenufer der Donau aus ablegt. Zu einem der "ersten Höhepunkte" der Fahrt kommt es vier Tage später bei der Einfahrt in den Rhein-Main-Donau-Kanal bei Kilometer 2411,350.

Das nach eigenen Worten "ultimative Rudererlebnis" bildet die Durchfahrt auf der Regnitz durch Bamberg, bevor die Einmündung des Rhein-Main-Donau-Kanals in den Main bei Haßurt für einen erneuten Lichtblick bei Ruderer Resch sorgt. Die Ernüchterung folgt bei Würzburg, wo der Österreicher eine Warnung erhält, den Rhein im Einer zu befahren. Folge: Nach der für Resch wiederum beeindruckenden Ankunft an der Mainmündung, ist bei Eltville vorläufig Schluss mit aller Ruderherrlichkeit.

"Das Risiko, den Rhein als mir `unbekanntes Wasser` im Einer zu durchrudern wäre einfach zu groß gewesen. Rückblickend war meine Entscheidung gut und richtig", erläutert Reinhard Resch. So waren es dann anstatt der geplanten 960 km "nur" 864 km, die der Extrem-Sportler in 16 Tagen plus einem Ruhetag erruderte.

Für den ruhenden Philosophen ist der Weg das Ziel, für den rudernden Pensionär war nach wie vor Linz am Rhein das Ziel, das er nicht aus den Augen verlor. Viele Wege führen auch in die Bunte Stadt.

Und so kam es doch noch zur Ankunft im rheinischen Linz, wo Reinhard Resch und Ehefrau Hansi Stadtbürgermeister Adi Buchwald die Grüße der gleichnamigen österreichischen Partnerstadt in Form einer Linzer Torte und eines Buchs überbrachten.

Ein Buch zur Entwicklungsgeschichte der Stadt Linz am Rhein gab es auch vom (Rhein)-Linzer Bürgermeister Adi Buchwald, der sich beeindruckt von der Leistung des Ruderers zeigte:
"Jeder legt sich auf seine Art für seine Stadt ins Zeug. Auch bei Ihnen gehört schon eine enorme Willenskraft dazu, eine solche Leistung erbringen zu können. Wir sind froh, das Sie alles heil überstanden haben und schätzen uns glücklich, Sie als Botschafter unserer Partnerstadt hier in Linz am Rhein begrüßen zu können".

Und weil "Rhein" und "Wein" nicht nur im Reimschema zusammenpassen, gab es von Stadtmanager Thomas Herschbach zwei Flaschen aus der Winzerfest-Sonderedition "Linzer Strünzer Tropfen" - sozusagen als Podiums-Champagner für erfolgreiche Ruderer.

Die Erfolgs-Bilanz für Reinhard Resch: Trotz Schmerzen im linken Unterarm, gerissenem Ruderblatt und einer gebrochenen Querstrebe blieb das alles überlagernde glückliche Gefühl, Abenteuer pur erlebt zu haben. Oder, um es in den Worten des Hauptakteurs auszudrücken:

"Für mich war es ein, in vielerlei Hinsicht, aufregendes Rudererlebnis, das ich mit vielen Unbekannten begann und mit tiefer Zufriedenheit beenden konnte. Letztendlich lag die alleinige Verantwortung für mich und das Boot ausschließlich bei mir und jede Entscheidung traf ich allein - ein riesiges Gefühl, wenn alles so ausgezeichnet seinen Verlauf nimmt. Mein Traum - ein Abenteuer!"