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Eine Brücke in die Zukunft aus gemeinsamen geschichtlichen Wurzeln

Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim durch Linzerin begründet - Delegation aus Linz am Rhein beim Festakt in Düsseldorf

LINZ / DUESSELDORF. Gemeinsame Wurzeln verbinden - selbst auf eine Entfernung von rund einhundert Kilometern. Der Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim blickte kürzlich im Rahmen eines Festaktes "100 Jahre Gerresheim bei Düsseldorf" auf das Jubiläum der Eingemeindung in die Stadt Düsseldorf zurück. Noch weiter zurück, nämlich bis auf die Gründung der einst selbständigen Stadt Gerresheim, reicht die Verbindung nach Linz. Diese Verbindung ist wiederum mit einem Namen verknüpft: der Äbtissin Reginbierg aus Linz - oder Linchesce, wie es in der urkundlichen Ersterwähnung von 874 heißt.

Die Äbtissin Reginbierg, Tochter des mittelrheinischen Edelherrn Gerrich, war es nämlich, die ihre ererbten Liegenschaften, Ländereien, sowie den Zehnten zu Linchesce in einer Schenkungsurkunde auf ewige Zeiten den Stiftsdamen zum Gerresheim übertragen hatte. Mit dem Zehntrecht erwarben die Stiftsdamen auch das Patronatsrecht.

Dies bedeutete, dass die Stiftsdamen zu Gerresheim den Linzer Pfarrer erwählten und bestimmten. Dieses Recht haben sie ausgeübt bis zum Jahr 1803 - dem Jahr, als Linz an Nassau-Usingen fiel. Damit war das Kapitel der Zugehörigkeit der Stadt Linz zu Kurköln beendet. Die kurfürstlichen Güter mit der Burg, alle Klöster und klösterlichen Höfe fielen an Nassau. Patres, Brüder und Schwestern mussten ihr Zuhause verlassen, Gebäude, Höfe, Mühlen, Ländereien, Weinberge, Wälder und Inventarien wurden versteigert.

"Bestand hat die Bindung, die geschichtlich fundiert ist und in der Gegenwart auflebt", unterstrich der 1. Beigeordnete der Stadt Linz, Ernst Peichl, in Vertretung von Stadtbürgermeister Adi Buchwald, in seiner Festrede im Konzertsaal der Freien Waldorfschule. Verbunden mit dem Wunsch, dass der Festakt zugleich den Beginn einer Zusammenarbeit zwischen beiden Kommunen markiere, nutzte Ernst Peichl auch die Gelegenheit, in seiner Rede die Vorzüge der "Bunten Stadt" in all ihren bunten Facetten zu präsentieren.

Ausdrücklich gewürdigt wurde der gemeinsame Ursprung auch von den übrigen Festrednern wie Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers und Bezirksvorsteher Hanno Bremer. Dabei verlieh der Düsseldorfer Stadtchef auch seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich daraus Aktivitäten zum gegenseitigen Nutzen ergeben könnten. Zufall oder nicht, auf jeden Fall ein gutes Omen - Werner Matthias Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, ist ebenfalls ein Gerresheimer. Die Stadtentwicklungs- und Touristikgesellschaft Linz wiederum ist seit Jahren auf der Messe "TourNatur" in Düsseldorf vertreten.

Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Gerresheimer Vereine, Detlef Becker und dessen Ehefrau Gerda hatten bereits zuvor in mehreren Gesprächen mit dem Geschäftsführer der Stadtentwicklungs- und Touristikgesellschaft Linz, Stadtmanager Thomas Herschbach sowie Stadtbürgermeister Adi Buchwald, Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zwischen Linz und Gerresheim vor allem auf touristischer Ebene ausgelotet.

Die Interessengemeinschaft ist Dachverband von insgesamt 26 Vereinen aus dem Düsseldorfer Stadtbezirk 7 (Gerresheim, Grafenberg, Hubbelrath, Knittkuhl und Ludenberg) und zählt sage und schreibe 13.500 Mitglieder.

"Detlef Becker regte an, dass eine Teilnahme an den Feierlichkeiten unsererseits dazu dienen könnte, auf unsere Stadt Linz am Rhein in herausragender Weise aufmerksam zu machen und Linz als lohnenswertes Reiseziel einem breiten Publikum in Gerresheim bzw. Düsseldorf zu erschließen. Allein die Interessengemeinschaft Gerresheimer Vereine mit ihren fast 14.000 Mitgliedern stellt ein starkes potentielles Kapital zur Generierung zusätzlicher Publikumsschichten dar", erläutert Thomas Herschbach. Im Rahmen einer Großveranstaltung in Düsseldorf im September wird die Stadt Linz zusätzlich Gelegenheit erhalten, in einer Marketingaktion auf sich aufmerksam zu machen.

Aufmerksamkeit bei den Gästen des Festaktes erregte wiederum, dass Ernst Peichl, Thomas Herschbach und Mitarbeiterin Cassandra Mrotzeck von Angela, Freifrau von Rennenberg, Nachfahre der Äbtissin Reginbierg, nach Düsseldorf begleitet wurden - ein optischer Ausdruck der Verbundenheit sozusagen.

Mitgebracht hatte die Linzer Delegation natürlich auch Gastgeschenke. Während Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers und Bezirksvorsteher Hanno Bremer neben dem "Hauswein" "Linzer Strünzertropfen" jeweils ein Buch "Linz am Rhein. Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart" erhielten, durften sich Detlef und Gerda Becker über eine Kunstkachel des Linzer Künstlers Alexander Jokisch mit dem Motiv von Rathaus und Mariensäule freuen. Dieses Präsent dürfte vor allem bei Gerda Becker Kindheitserinnerungen hervorgerufen haben - schließlich erblickte sie in der Petrus-Sinzig-Straße in Linz einst das Licht der Welt.

Die Gastgeber wiederum revanchierten sich bei der Linzer Delegation mit einer Nachbildung des Stadtsiegels von Gerresheim und einem Blumenbouquet für Freifrau von Rennenberg sowie lobenden Worten für Linz, die von den Düsseldorfer Symphonikern im Schlussakkord musikalisch auf den Punkt gebracht wurden: "Freude schöner Götterfunken!"


Eine Brücke schlagen zwischen Düsseldorf / Gerresheim und der Stadt Linz auf der Grundlage gemeinsamer geschichtlicher Wurzeln - das wollen (von links) auch der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Gerresheimer Vereine, Detlef Becker und Ehefrau Gerda, der 1. Beigeordnete der Stadt Linz, Ernst Peichl, Angela, Freifrau von Rennenberg, Bezirksvorsteher Hanno Bremer und der Geschäftsführer der Stadtentwicklungs- und Touristikgesellschaft Linz, Thomas Herschbach