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Gemeinsame Geschichte soll neue Kundenströme bringen

Vertreter von Stadt Linz und dem Düsseldorfer Ortsteil Gerresheim sprachen über Modelle verstärkter Zusammenarbeit

LINZ/DUESSELDORF-GERRESHEIM. Über tausend Jahre ist es her, dass sich die Äbtissin von Reginbierg (heute von Rennenberg), Tochter des mittelrheinischen Edelherrn Gerrich, von Linz auf den Weg rheinabwärts machte, um über 100 Kilometer nördlich eine Niederlassung, die aus Linz unterstützt wurde, gründen zu lassen. Mittlerweile ist aus der Niederlassung Gerresheim ein Ortsteil der nordrhein westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf geworden. Geblieben sind die historischen Verbindungen, die wieder neu mit Leben erfüllt werden sollen.

Vor diesem Hintergrund trafen sich kürzlich Vertreter beider Kommunen im Historischen Rathaus Linz, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Während Gerresheim mit dem Vorsitzenden der rund 14.000 Mitglieder umfassenden Interessengemeinschaft Gerresheimer Vereine (IGV), Detlef Becker und dessen Ehefrau Gerda (einer gebürtigen Linzerin) sowie dem 2. Vorsitzenden der Werbe- und Interessengemeinschaft Gerresheim, Uwe Pracejus vertreten war, nahmen für die Stadt Linz Beigeordneter Johannes Hundrieser und für die Stadtentwicklungs- und Touristikgesellschaft Geschäftsführer Thomas Herschbach und Assistentin Marion Klein sowie Stadtführer Fritz Ockenfels an den Sondierungsgesprächen teil.

Einig waren sich die Delegationen darin, dass die Kooperation zwischen beiden Kommunen im Sinne einer Wirtschafts- und Tourismus-Förderung verstärkt werden soll. Dazu sind verschiedene Marketing-Maßnahmen und Austauschprogramme mit der Integration von Qualitätspartnern angedacht - ganz im Sinne von Düsseldorfs Oberbürgermeisters Dirk Elbers, der auch der Linzer Delegation beim Festakt zur Eingemeindung Gerresheims im vergangenen Jahr signalisiert hatte, die Kooperations-Aktvitäten zu unterstützen.

Als im wahrsten Sinne "Weg weisendes" Projekt könnte sich dabei die Einrichtung eines rund 130 Kilometer langen Kulturpfads "Graf Gerich Weg"von Linz nach Gerresheim unter Einbindung der touristischen Attraktionen und kulturellen Sehenswürdigkeiten im Streckenverlauf erweisen. Dabei wird auch eine Kombination aus (Rad-)Wandertour und Schifffahrt in's Auge gefasst. Dazu wird mit Stadtarchivarin Andrea Rönz die Frage historischen Quellenmaterials abgeklärt, aus dem hervorgehen soll, wie die ersten Linzer von der Bunten Stadt aus nach Gerresheim kamen.

"Klares Ziel ist es, über die Historie zu einem ökonomisch tragfähigen Kooperationskonstrukt zu gelangen", verlautet Thomas Herschbach. Um Paketlösungen zu erreichen, sei die Generierung von Kooperationspartnern aus Gastronomie und Tourismusorganisationen wie der Köln Düsseldorfer-Rheinschifffahrt absolute Voraussetzung.

Neben der Einbindung von Sehenswürdigkeiten an der Wegstrecke wie Unkel und Rhöndorf, Drachenfels und Köln, ist auch für Linz selbst angedacht, historische Sehenswürdigkeiten im Zusammenhang in die touristische Werbung aufzunehmen. Hier spielen etwa Namen wie Ruine und Schloss Rennenberg und das Gesindehaus Oberlöh eine Rolle.

"Natürlich ist das Alles in erster Linie tourismusstrategisch zu sehen. Wie bei jeder neuen Marketing-Maßnahme dienen die Präsentations-Aktivitäten auch dazu, neue Konsumentengruppen zu erreichen", stellt Thomas Herschbach klar.

Vor diesem Hintergrund gibt es nach dem Besuch der 100 Jahr-Feier zur Eingemeindung Gerresheims im vergangenen Jahr und der Teilnahme am Gerresheimer Weinherbst mit eigenem Marketing-Stand auch weitere konkrete Pläne und Einladungen - so zur erneuten Marketing-Präsenz beim Weinherbst (2. September 2010) sowie beim ersten Weihnachtsmarkt nach fünfjähriger Pause, zum Kulturforum am 27. Oktober und zur Teilnahme an den Veedels-Zöch an Karnevalssonntag mit eigenem Motivwagen.

Wie Uwe Pracejus verlauten ließ, wird eines der drei Gerresheimer Reisebüros, das wiederum auf Städtereisen spezialisiert ist, die Stadt Linz in ihr Programmangebot aufnehmen. Zudem werde die WIG Unterlagen mit den wirtschaftlichen Strukturdaten des Stadtteils einreichen. Im Umkehrschluss erhofft sich Pracejus, ähnlich gelagerte Daten von der Linzer Werbegemeinschaft zu erhalten.

Bei beiden Seiten herrschte zudem Übereinstimmung darin, dass die Zusammenarbeit nicht allein von den offiziellen städtischen Organisationen getragen werden solle, sondern nach einem Anschub auf eine breite Basis gestellt werden müsse. Beigeordneter Johannes Hundrieser: "Dies geschieht durch Einbindung von Vereinen und Multiplikatoren in die Zusammenarbeit -etwa aus dem Bereichen Sport, Karneval, Gesangsvereine, aber auch der Künstler. Johannes Hundrieser sagte zu, dass die Vertreter Gerresheims hierzu eine Liste mit möglichen Ansprechpartnern erhalten werde.


Ein weiteres Kapitel in den Beziehungen Linz-Gerresheim aufschlagen ist das Ziel von (von links) dem 1. Beigeordneten der Stadt Linz Johannes Hundrieser, Uwe Pracejus (2. Vorsitzender der Werbe- und Interessengemeinschaft Gerresheim), dem Geschäftsführer der Stadtentwicklungs- und Touristikgesellschaft Linz, Thomas Herschbach, Gerda und Detlef Becker von der Interessengemeinschaft Gerresheimer Vereine und dem renommierten Linzer Stadtführer Fritz Ockenfels. Foto: CREATIV