» ZURÜCK

Neue „Mobile Brücke“ bei Linz ist ein Superlativ

Rekord-Rheinfähre Linz-Remagen wurde getauft und nahm Betrieb auf – 12 Meter hohe Brücke

Linz/Remagen. Seit rund 600 Jahren gibt es zwischen Linz und Krupp eine Fährstelle. Diese Tradition erhält mit der neuen Rheinfähre Linz-Remagen eine zeitgemäße und auch rekordhaltige Note – es dürfte sich wahrscheinlich um die größte Fähre auf dem Rhein handeln. Stapellauf und Schiffstaufe fanden am vergangenen Donnerstag auf der Werft in Oberwinter statt. Seit Anfang der Woche hat sie ihren Betrieb zwischen Linz und Kripp aufgenommen.

Nach dem traditionellen Einweihungs-Programm mit dem Segen durch die geistlichen Würdeträger mit Pastor Clemens Hombach und Pfarrer Christoph Schwaegermann aus Linz sowie der traditionellen Schiffstaufe mit der Linzer Weinkönigin Nora, Weinprinzessin Mona und Stadtbürgermeister Adi Buchwald hatte das Anläuten durch Kapitän Joachim Stümper sozusagen echte Signalwirkung, als die neue Rheinfähre einmal aufzeigte, was so alles in ihr steckt: Bärenstark und zirkusreif drehte sie sich samt Ehrengästen mitten auf den Rhein temporeich um die eigene Achse wie eine Eiskunstläuferin bei einer Pirouette.

Anlass für den Neubau waren angekündigte Änderungen in der Binnenschifffahrts-Untersuchungsordnung, die eine neue Motorisierung der Fähre St. Johannes erforderlich gemacht hatten. Bei der Sichtung der Angebote für den Bau einer neuen Fähre war der Verwaltungsrat der Rheinfähre Linz-Kripp GmbH dann zu dem Ergebnis gelangt, dass die bereits eingesetzte Technik mit Dieselmotoren und vier umweltfreundlichen Schottel-Pumpjet-Antrieben die wirtschaftlichste und zugleich ökologischste Variante ist.

Gebaut wurde die neue Fähre auf dem Gelände der Schiffswerft Oberwinter von der Firma Stahlbau Müller, für die Konzeption zeichnete das Büro Braun verantwortlich. Die wichtigsten Änderungen gegenüber der bisherigen Fähre bestehen in der Verbreiterung der Fahrbahn um 50 Zentimeter, der Höherlegung des Steuerhauses zur Verbesserung der Sichtachse, der Vergrößerung der Anzahl von Stellplätzen durch veränderte Klappentechnik und einer modernen Antriebstechnik gemäß den neuesten Standards.

Der 3,5 Millionen Euro teure Neubau ist 61 Meter lang, 17 Meter breit und zwölf Meter hoch. Sie verfügt über einen Konferenzraum sowie über barrierefreien Toilettenanlagen. Während auf der alten St. Johannes 30 Autos Platz fanden, können auf der neuen Rheinfähre gleich 40 Fahrzeuge pro Tour über den Rhein transportiert werden. Zu verdanken ist dies der neuen Klappentechnik mit ihren beweglichen Auflegern an Vorder- und Hinterseite des Schiffs. Denn die Konstruktion ist derart stabil, dass dort auch während der Fahrt Autos abgestellt werden dürfen, was bei den beiden vorhandenen Fähren nicht der Fall ist.

Mit rund 95 Zentimeter ist der Tiefgang der neuen Fähre um rund 25 Zentimeter geringer gegenüber der St. Johannes, was wiederum bei Niedrigwasser von Bedeutung ist.

Davon profitieren dann die Nutzer der neuen Fähre, die zwischenzeitlich ihren Regelbetrieb aufgenommen hat. Die Nutzungszeit wird vom Geschäftsführer der Rheinfähre Linz-Kripp, GmbH, Wilhelm Stumpf, auf 40 Jahre angesetzt.



Der Kommandostand der neuen Fähre thront auf der Spitze der zwölf Meter hohen Aufbauten. Bei der Schiffstaufe stellte Rheinfähre-Geschäftsführer Wilhelm Stumpf „die Brücke“ unter anderem dem scheidenden Stadtbürgermeister Adi Buchwald, dessen Nachfolger Dr. Hans-Georg Faust, dem Linzer Stadtmanager Thomas Herschbach, Pastor Clemens Hombach und Verwaltungsrat Bruno Hoppen sowie Weinkönigin Nora mit Weinprinzessin Mona vor.